Iran: Das Private als letzte Bastion individueller Freiheit

Most art forms in Iran are illegal.
Artists shirk the law by going underground.

A group of young women and men play cards in a friend’s apartment on a Friday night. Bars and discotheques don’t exist in Iran, and the nightlife is very limited. Everything takes place in the private sphere.



Customers of Café Yalda (near Sepah Square) attend an evening pop concert. Iranian coffee shops are prized for their relaxed atmosphere and the intimacy they provide.



“AV” performs its play “Melpomene” in some old underground thermal baths in the center of Tehran. The AV theatre method is based on music, movement, dialogue and close relationship with the audience. “Gardzienice,” a Polish experimental theatre, inspires their theater.

 

On some real stuff though! Yes women in Delhi are saying what NEEDS to be said!

(Quelle: feministcorna)

(Von noxe gerebloggt)

Borussia Dortmund vs. FC Bayern München - 23.11.2013
FC Bayern-Fans liefern die einzig richtige Antwort auf die antisemitisch gewürzten Hassgesänge gegen Ex-Dortmunder Mario “Judas” Götze.


(Quelle: m.ultras-tifo.net)

„DIE ZEIT: Claude Lanzmann, Sie haben als Halbwüchsiger in der französischen Résistance gekämpft. Könnte man Sie auch als einen Filmemacher im Widerstand sehen?

Claude Lanzmann: Das ist gar nicht so falsch.

ZEIT: Im Widerstand gegen das Vergessen? Gegen die Verdrängung?

Lanzmann: Gegen das Vergessen. Gegen den Tod. Vielleicht bin ich auch im ewigen Widerstand gegen meinen eigenen Tod. Kürzlich wurde ein Fernsehfilm über mich gedreht. Die Autoren fragten mich nach einem Titel. Und ich schlug vor: »Es gibt nur das Leben«. Im September 1944 haben Häftlinge in Auschwitz eine Revolte versucht, die scheiterte. Als Mitglieder der jüdischen Sonderkommandos waren sie dazu gezwungen worden, die Ermordung der Deportierten vorzubereiten, ihre Leichen zu verbrennen. Fast alle diese Aufständischen wurden umgebracht. Aber vorher vergruben sie ihre heimlichen und später wiedergefundenen Aufzeichnungen in der Erde, in der Nähe der Krematorien. Es sind bewegende Zeugnisse. Ein Satz lautet: »Wir wollen leben, weil es nur das Leben gibt.« In diesem Satz liegt eine existenzielle Wahrheit. Auch ich will vor allem leben. Man könnte sagen: Es hat mich immer viel Zeit gekostet zu leben. Die Liebe hat mich Zeit gekostet, der Sex, die Frauen.“

Auszug aus:
Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH und Co. KG. „DIE ZEIT - Nr. 46, 07.11.2013.“ iBooks
Auf die Frage jedoch, ob Innenministerin Mikl-Leitner garantieren könne, dass einem der Asylwerber in Pakistan nichts passiert, fällt ihr bloß folgendes ein: „Ich kann auch nicht garantieren, dass einem Asylwerber in Österreich ein Verkehrsunfall passiert, genauso wie ich das bei einem Österreicher oder einer Österreicherin nicht garantieren kann.“
Im Laufe des Montags wurde also 8 jungen Existenzen ein jähes Ende bereitet, indem man sie beispielsweise in die Terror-Provinz Khyber Pakhtunkhwa abschob - der Ort an dem sich einst Osama Bin Ladenin verschanzen konnte - oder auch in das Swat Tal, in dem der Zimmernachbar eines der Abgeschobenen erst vor Kurzem seinen Bruder durch eine gezielte Tötung der Taliban verloren hatte.Es war nicht der erste versuchte Schlag gegen die Flüchtlingssolidarität, der ein ähnliches Ende nehmen sollte: Shahjahan Khan, einer der Sprecher der Flüchtlinge, war schon am 28. Februar diesen Jahres festgenommen und in Schubhaft gesteckt worden.
David Kirsch, in: Erinnert sich noch jemand an den 27. Mai 1999
http://exsuperabilis.blogspot.com/2013/07/erinnert-sich-noch-jemand-den-27-mai.html

GEGEN DEN AL-QUDS-TAG IN WIEN - 08.03.2013
https://www.facebook.com/events/169885349839389/

Aufruf zur Kundgebung gegen den Al Quds Tag in Wien
http://bit.ly/13mjFd4

3. August 2013 - Graben, Pestsäule, 1010 Wien
(Die Redebeiträge öffnen sich via Klick auf den Link)

Begrüßung und Verlesung des Aufruftextes
durch Mathias Schulz (Themensektion Hawikuah)
http://www.youtube.com/watch?v=kew8iM30PSM

Verlesung des Aufruftextes in englischer Sprache
durch Ljiljana Radonic
http://youtu.be/q84By6Dc2ok

Verlesung des Aufruftextes in persischer Sprache
durch Maryam Farzam
http://youtu.be/E0ns5_wXdQo

Grußbotschaft von Robert Schindel (Schriftsteller)
http://youtu.be/x00bjWpxVes

Grußbotschaft von Maximilian Gottschlich (Professor für Kommunikationswissenschaften an der Uni Wien)
http://youtu.be/9Tm6jhpVev0

Heribert Schiedel (Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich)
http://youtu.be/R_e9OfpqX08

Sogol Ayrom (Iranisches Frauennetzwerk Wien)
http://youtu.be/rwF3GirnOfo

Karl Pfeifer (Autor & Journalist)
http://youtu.be/NiS_BbKd6jw

Grußbotschaft von Peko Baxant (Wiener Gemeinderat der SPÖ)
http://youtu.be/9Tm6jhpVev0

Senol Akkilic (Wiener Gemeinderat der Grünen)
http://youtu.be/koi96YZz_TI

Stephan Grigat (STOP THE BOMB)
http://youtu.be/uc_h0bEIwao

Basisgruppe Politikwissenschaft
http://youtu.be/mpeFbTyCED0

organisiert durch das
Bündnis Gegen den Al-Quds-Tag in Wien 2013

gegendenalqudstaginwien.wordpress.com

Bündnis “Gegen den Al-Quds Tag in Wien!”

Am 3. August 2013 wird der so genannte „Al-Quds-Tag“ zum wiederholten Mal auch in Wien stattfinden, der 1979 nach der islamischen Revolution im Iran von Ayatollah Khomeini eingeführt wurde. Der „Tag zur Befreiung Jerusalems von der zionistischen Besatzung“ soll jährlich am Ende des Ramadans abgehalten werden und so wird auch dieses Jahr eine von Mullahs angeführte, nach Geschlechtern getrennte Demonstration, diesem Ruf auch nach Wien folgen.

Im Laufe der letzten Woche hat sich aus diesem Grund ein Bündnis mit dem Namen “Gegen den Al-Tags in Wien!” formiert, das sowohl eine Gegenkundgebung gegen das islamistische Propagandaevent, als auch eine Informationskampagne über u.a. einzelne Spezifika des iranischen Regimes plant.

"Gegen den Al-Quds Tag" - Bündnisblog:
http://gegendenalqudstagwien.wordpress.com/

Facebookpräsenz:
https://www.facebook.com/GegenDenAlQudsTagInWien
Veranstaltungsreihe:
https://www.facebook.com/events/532239996822766/
http://gegendenalqudstagwien.wordpress.com/veranstaltungskalender/

E
ine dreimonatige Veranstaltungsreihe soll über Antisemitismus, Islamismus und die nukleare Bedrohung durch das iranische Regime informieren.

21.05.2013
Zur Kritik des antiimperialistischen Blicks auf das Reich der Ayatollahs - 
Vortrag von Stephan Grigat & Danyal
https://www.facebook.com/events/554048444617738/?fref=ts

27.05.2013
Mythos “Nakba” - Die Entstehung Israels - Legenden und Wirklichkeit
Vortrag von Alex Feuerherdt
https://www.facebook.com/events/569688266385455/?ref=22

04.06.2013
Der getrübte Blick auf Israel
Kreiskys Nahostpolitik und die aktuelle Nahostberichterstattung in den österreichischen Medien
Vortrag von Claudia Aurednik & Florian Markl
https://www.facebook.com/events/576191215734915/?ref=22

10.06.2013
Antisemitismus junger Muslime
Vortrag von Günther Jikeli
https://www.facebook.com/events/381257455320589/?ref=22

14.06.2013
Der islamische Hass auf die Sexualität
Vortrag von Alex Gruber
https://www.facebook.com/events/424151301013775/?ref=22

21.06.2013
Zur Verfolgung und Vernichtung der Bahai im Iran
Vortrag von Wahied Wahdat-Hagh
https://www.facebook.com/events/197265300397202/?ref=22

28.06.2013
Das iranische Regime und der europäische Kulturrelativismus
Vortrag von Andreas Benl
Moderation: Stephan Grigat
https://www.facebook.com/events/168524586644787/?ref=22

01.07.2013
Warum heißt die Eliteeinheit der Revolutionsgarden “al-Quds?”
Vortrag von Gerhard Scheit
https://www.facebook.com/events/248699715272345/?ref=22

12.07.2013
Die “Hisbollah” - Geschichte und Gegenwart der Partei Gottes
Vortrag von Jonathan Weckerle
https://www.facebook.com/events/569079416470634/?ref=22

deutscher antikapitalismus vs. antideutscher antinationalismus





Tradition, Ehre und Schollenbewusstsein - Borussia Dortmund

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Erfolg, Antinationalismus, Modernität - Bayern München


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Von Gurken und Tomaten

 Im Dezember 2006 riefen sunnitische Extremisten in Mosul das Islamische Emirat Irak aus, dessen Hauptstadt Mosul werden soll. Ein sogenanntes Kriegsministerium verkündet seine Anordnungen mittels Flugblättern. Seitdem nahm der Terror in Mosul signifikant zu: Polizisten, Journalisten und Frauen ohne Kopftuch werden ebenso bedroht und ermordet, wie z.B. Inhaber kleiner Fotostudios (nach Ansicht des „Kriegsministeriums“ widerspricht das Abbilden von Lebewesen dem Islam) oder Restaurantbesitzer, deren Speisen haram sind, also unislamisch, z.B. Salate mit „weiblichen“ Tomaten und „männlichen“ Gurken.

Ein nackter Demonstrant wird in Kairo nahe des Präsidentenpalastes von Polizisten verprügelt - Ägypten, 1.02.2013 (afp)

Deutschland - deine Bündnispartner Teil I:
Die Muslimbrüder als Garanten für Stabilität.

» Nach zwei Vermittlungsgesprächen zwischen Vertretern Teherans und einer Delegation Kurden im Dezember 1988 in Wien kamen bei einem erneuten Treffen am 13. Juli 1989 alle drei Mitglieder der kurdischen Delegation durch Mord ums Leben. Die mit iranischen Diplomatenpässen nach Wien eingereisten ‘Verhandlungspartner’ ermordeten Generalsekretär Ghassemlou und seine Begleiter am Verhandlungstisch. Die Tatverdächtigen tauchten in der iranischen Botschaft unter und konnten nach massivem Druck Teherans auf die österreichischen Behörden unbehelligt ausreisen. Einer von ihnen - ein hoher Funktionär der Revolutionsgarden (Pasdaran) - wurde sogar unter Polizeischutz zum Wiener Flughafen eskortiert. Ghassemlou wurde auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise begraben. 1991 klagte seine Witwe den österreichischen Staat wegen seiner Verfehlungen an, doch die Klage wurde 1992 abgewiesen.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Abdul_Rahman_Ghassemlou

Irans Außenminister Salehi: “Österreich ist das Tor zur EU.”

"Österreich ist das Tor zur EU" (Irans Außenminister Salehi)

Ein Film wie ‘Befreiungsbewegung der iranischen Frauen im Jahre Null’ könnte heute in Europa wohl kaum noch produziert werden. Mit aller Gewalt wollen Teile der europäischen Medien stattdessen ein Bild entwerfen, in dem es für die Menschen aus dem Orient keine andere Lebensform geben kann als die islamische. Umso größer ist der historische Glücksfall, den dieses kleine Filmdokument darstellt. Es entlarvt in dreizehn Minuten Tonnen islamistischer und kulturrelativistischer Propaganda als grausame Lüge.
Fathiyeh Naghibzadeh nahm an den Frauendemonstrationen im März 1979 teil und floh vor über 20 Jahren aus dem Iran. Sie gehört dem Bündnis www.stopthebomb.net an und ist Koautorin des Buches “Der Iran - Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer.”
http://www.youtube.com/watch?v=-JHkEhvsLkE

»Die Aggressivität Netanyahus lässt ihn mit allem um sich schlagen, was ihm zur Verfügung steht. Er ist eine Gefahr für den ohnehin brüchigen Weltfrieden.« - Jakob Augstein

lizaswelt:

Erneut eine grandiose Aktion des AC Milan, nachdem die Mannschaft infolge rassistischer Beleidigungen gegen Kevin-Prince Boateng im Testspiel beim Viertligisten Pro Patria bereits geschlossen den Platz verlassen hatten. Props, credits und allen Respekt dieser Welt! (Foto via Matt Barker.)

6. Januar 2013

(Von lizaswelt gerebloggt)

Das Racket der Medien
Von Felix Riedel

DAS RACKET DER MEDIEN

Der jüngste Krieg gegen Israel war vor allem eines: Eine große interkulturelle Show. Inszeniert wurde diese Show von der palästinensischen Hamas. Beworben wurde sie vom Megaphon der Hamas, dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, und den austauschbaren arabischen Potentaten. Der Intendant hieß Mahmud Ahmadinedschad, Sponsor war Qatar. Claqueure waren die nationalsozialistischen und linken Parteien Europas. Das Publikum bestand aus dem restlichen Europa, das inmitten einer gigantischen Krise ein wenig nach Abwechslung hungerte. Als Hauptdarsteller für dieses zynische Kasperletheater mit Toten hat man die Israelis zwangsweise gecastet. Sie hatten keine Wahl: Entweder sie spielen die ihnen zugedachte Rolle, oder sie gehen in immer stärkerem Raketenhagel unter.
Immerhin hat sich die israelische Armee erlaubt, etwas am vorgegebenen Programm zu verändern: In einem Überraschungsschlag wurde der Anführer der Hamas getötet und die wichtigsten Mittelstreckenraketenlager zerstört. Für die europäischen Zuschauer setzte das Stück hier ein, die Medien berichteten ab diesem Zeitpunkt, der Aggressor stand somit wieder einmal fest: Israel.
Nicht berichtet wurde jemals über die 1000 Raketen, die vor dem Konflikt allein im Jahr 2012 von Gaza auf israelische Städte abgefeuert wurden – bevorzugt in der Zeit zwischen 7 und 9 Uhr, wenn die Kinder auf dem Schulweg sind. Wo die Raketen der Hamas überhaupt erwähnt wurden, hat man sie als mindere Bedrohung verharmlost, die Zahl der Treffer mit Todesfolge mit den Toten durch israelische Luftangriffe verglichen und anhand dieser simplen Rechnung den Bösen präsentiert: Israel.
Was es für ein Land bedeutet, jeden Tag dem Todeslotto der Hamas ausgesetzt zu sein, sich Tag und Nachts immer in Bereitschaft zu befinden, immer in den Bunker zu rennen, um 3 Uhr nachts, beim Mittagessen, in der Schule, das war zumindest den öffentlich-rechtlichen Berichterstattern ziemlich egal. Während täglich 60 Raketen auf Sderot und Ashkelon fielen, wurde in Deutschland stundenlang über olympisches Kugelstoßen oder noch unsinnigere Sportarten berichtet. Sport war in Europa schon immer wichtiger als antisemitischer Terror – 1936 ließ man Hitler auf die Olympiade und 1972 gingen die olympischen Spiele weiter, obwohl 11 israelische Sportler von Terroristen ermordet worden waren.

Gleichgültigkeit gegenüber der israelischen Situation ist also das erste Mediengesetz in Deutschland. Berichtet wird nur, wenn israelische Flugzeuge fliegen. Sinngemäß schrieb die taz: „In der Nacht hat Israel die Angriffe auf den Gazastreifen fortgesetzt. Die Palästinenser schlagen zurück.“ Und der Focus schrieb nach dem Waffenstillstand: „Weiter Raketen auf Israel - aber Waffenruhe hält bislang.“ Diese Berichterstattung hat eine alte Tradition: Redakteure berichten aus Zeitungen, dass sie gezwungen wurden, Nachrichten über Terrorangriffe solange zurückzuhalten, bis eine israelische Gegenreaktion stattgefunden hat – die rückt dann ins Zentrum der Meldung, der Terroranschlag kommt allenfalls im Nebensatz vor. Bleibt eine israelische Reaktion aus, ist es keine Meldung.
Stefan Frank hat die Situation treffend beschrieben. Medien könnten durchaus objektiv über den Konflikt berichten. „Das tun sie aber nicht, weil das, was sauberer Journalismus wäre, aussähe wie Propaganda. Stattdessen präsentieren sie lieber das, was Propaganda ist, als sauberen Journalismus.“
Der generell unfähige, holzige deutsche Tagesschau-Journalismus pflegt gern eine kritische Attitüde. Da wiederholt man den Deutschen noch einmal, was sie ohnehin wissen: Dass man doch Krieg nicht macht, der Kinder wegen, und dass man tunlichst miteinander reden muss. Diese zynische Arroganz findet sich millionenfach in Internetforen. Man unterstellt, dass die Israelis noch nicht darauf gekommen seien, sich Frieden zu wünschen, dass sie den Krieg recht eigentlich wollen würden und man sie nur mit ein wenig basischristlicher Moral an die eigenen Gebote, z.B. Du sollst nicht töten, erinnern müsste. Das ist schon ein ekelhaftes Stück Anmaßung, das in Europa gerade dort grassiert, wo man noch vor sich herträgt, dass man keine Seite im Krieg unterstütze, weil immer beide Seiten schuld seien. „Zum Streiten gehören immer zwei“, sagt man in Deutschland, und so kann man dann die Hamas mit Israel vergleichen und doch irgendwie auch toll finden. Zensiert wird der religiöse Judenhass der islamisch-arabischen Akteure. Der Islamismus ist ein Todeskult, eine Selbstmordsekte gigantischen Ausmaßes, deren Prediger immer wieder schwören, niemals Frieden mit Juden weltweit zu wollen und den Tod zu lieben, doch darüber zu berichten, würde wiederum wie Propaganda aussehen, deshalb rationalisiert man diesen elementarsten Kern des Konfliktes einfach weg zu Interessenskonflikten um Land oder Wasser. Wahlweise wird aus der Hamas auch eine Art unschuldiges Kind, das nicht so recht weiß, was es tut, und mit dem man nur einen gemeinsamen pädagogisch wertvollen Modus der Verständigung finden müsste. Wo man sich gar nicht mehr um den aggressiven Charakter des Djihadismus herumlügen kann, weil es doch zu offensichtlich wird, etwa bei islamistischen Ausschreitungen in Deutschland, vermeidet man es tunlichst, die mediale Darstellung des Konflikts durch deutsche staatsgeförderte Medien damit in Verbindung zu bringen. In Sachen antiisraelischer Gesinnung sehen sich Terroristen und biederste Parteifunktionäre gleich, die gleichen antiisraelischen Kommentare finden sich von taz bis Zeit, die Schulbücher von Cornelsen, Westermann und Klett reproduzieren palästinensische Ideologie.
Schlimmer noch: Weil die Europäer ohnehin gewohnt sind, von ihren Medien Untertreibungen und Verharmlosungen zu erwarten, denken sie, sie müssten im Geiste auf das einseitig verzerrt Präsentierte noch mindestens 50 % draufschlagen. So verstärkt sich der Antisemitismus in Deutschland allein aufgrund der kulturindustriellen Sehgewohnheiten und Mediengesetze.
Zwei weitere Strategien der medialen Präsentation des Konfliktes sind Verkehrung und Isolierung. Gaza, der kleine Fleck am Mittelmeer, gegen das große Israel – das ist David gegen Goliath. Die Sympathien sind klar. Ein so kleines Kind kann keine Schuld haben. Dass hinter der Hamas Iran, Sudan und Ägypten stehen, um nur die aktuellen Hauptakteure neben der übrigen arabischen Liga zu nennen, jeweils Länder mit Öl, Millionen Soldaten und gewaltigen Armeen, das wird systematisch zensiert – es würde die Story verderben, die sich nun einmal exzellent verkauft und die neu zu erzählen ein Risiko birgt. Kulturindustrie wiederholt das Immergleiche und wird von einem Kassenschlager nie abrücken. Auf die Kaufkraft der antisemitischen Majorität kann kaum eine Zeitung verzichten.
Vier Strategien gibt es also: Die Verharmlosung des Terrors, die Zensur der israelischen Position, die Verkehrung der tatsächlichen Größenverhältnisse und die Isolierung des Konfliktes von der gesamten islamistischen Bedrohung.
Die Isolierung des Konfliktes ist wohl am schwersten aufrecht zu erhalten, und daher schlägt an diesem Punkt das Ganze mitunter um: Israel habe Gaza nur als Manöver benutzt, um, so ein Zeit-Redakteur, das „Abenteuer in Iran“ zu üben. Da spricht man in einer der größten Zeitungen Deutschlands von „Abenteuer“, wenn Israel, ein Land von der Größe Hessens, von der atomaren Auslöschung durch eine antisemitische Selbstmordsekte bedroht ist, und irgendwann das riskante und sehr sicher verlustreiche Unternehmen starten muss, deren Plan zu stoppen.
Das Zitat vom Abenteuer verrät aber das vorerst letzte Element der Berichterstattung: Entertainment. Israel ist der unfreiwillige Pausenclown im medialen Zirkus. Über Israel kann man sich gerecht empören und wüten, kein anderes Thema erhält so viele Kommentare. An Israel wird verdrängt, was wirklich unangenehm für Europäer ist. Mit der Situation in Gaza trinken sich die Europäer ihre eigenen Flüchtlingslager schön, in denen Menschen Gefängnisrationen erhalten und mitnichten ihr Essen selbst einkaufen und zusammenstellen können wie in Gaza. Zehntausende Flüchtlinge hat die EU ins Meer oder in den Kältetod in verschneiten Bergen und Flüssen getrieben, aber in Gaza will man nach knapp 150 Toten, davon etwa die Hälfte Terroristen, einen Genozid herbeifantasieren. Um Europa steht eine unsichtbare Mauer, durch die kein noch so harmloser Bedürftiger hindurch kommt, aber Israel macht man Vorhaltungen, dass es zur überlebenswichtigen Terrorabwehr Restriktionen bei den Grenzübergängen vornimmt. Israel wirft man vor, dass es ein paar hundert Meter Land als militärische Sicherheitszone offen hält, während europäische Firmen für die Rendite von Millionen fondsgebundener Rentenversicherungen gigantische Ländereien in Afrika und Südamerika enteignen. Und am wichtigsten: An Israel kann man nach wie vor jeglichen Judenhass ausleben, die Wut über das Überleben von Juden, die Wut über die historische Schuld, die diese symbolisieren. Wo die Linken dem Faschismus und Nationalsozialismus in Ostdeutschland, Ungarn, Griechenland wirklich nichts entgegenzusetzen haben, fantasieren sie sich faschistische Israelis zurecht, denen die übelsten Motive unterstellt werden. Wo die Arbeiterparteien wie in Schweden oder Norwegen die Spitze des sozialdemokratischen Wohlstands erreicht haben, richten sie sich gegen die Juden, die Skandinavien sehr bald verlassen haben werden. Es läuft immer wieder darauf hinaus, dass den Juden vorgeworfen wird, Nazis geworden zu sein.
Ganz modern ist auch wieder die Angst vor einem jüdischen Angriff auf die gesamte Weltbevölkerung, den Günter Grass und andere Verschwörungstheoretiker halluzinieren: Israel würde mit seinen Nuklearwaffen die ganze Welt auslöschen. Die Pazifisten, die das angeblich fürchten, wissen, dass sie damit Hitler folgen, der die Deutschen zur Vernichtung der Juden führte, indem er ihnen vorbetete, es seien die Juden, die den nächsten Weltkrieg wollten. Die gleiche Umkehrung findet an Iran statt: Weil man den Krieg angeblich so sehr fürchtet, lässt man die Iraner ihren Krieg gegen die Juden vorbereiten und führen und kämpft gegen die Gegenwehr Israels. Der Krieg gegen die Juden interessiert die Pazifisten nicht, einen Frieden ohne Juden können diese Pazifisten sich dabei schon recht lebenswert und angenehm ausmalen.
Daran arbeiten auch Zeitungskommentare und das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Der nächste Krieg wird sicher kommen, die Berichterstattung wird aus alten Artikeln von 2009 oder 2006 zusammenkopiert, der Ablauf steht fest. Da werden wieder ein Grass, ein Erdogan, ein Lüders ihre Hetze verbreiten können. In Marburg wird Professor Johannes M. Becker, der offizielle Experte für Nahost, der im Namen des hiesigen Institutes für Friedens- und Konfliktforschung seit Jahren antiisraelische Propaganda wissenschaftlich absegnet, wieder in Lokalzeitungen seine guten Ratschläge geben dürfen, die praktisch alle auf den kollektiven Suizid der Juden in Israel hinauslaufen. Und niemals wird sich jemals entschuldigen und sagen: Er hat etwas gelernt, er widerruft. Für die Intellektuellen gilt: Sobald sie in den Medien ihr Ressentiment einmal veröffentlicht haben, können sie nicht mehr zurück und verstricken sich immer weiter in ihre Fabrikationen und Projektionen. Das ist an Judith Butler beispielhaft zu beobachten, die nach einem Bestseller, in dem sie von Burkas schwärmt und Israel ein Naziregime schimpft, inzwischen vier Folgebändchen schreiben musste, um ihre Position einfach immer noch einmal zu wiederholen – der ökonomische Profit aus der antiisraelischen Hetze ist natürlich auch hier nicht zu vernachlässigen. Das sieht man auch an Grass, der zur Rechtfertigung seiner bei Hitler abgeschriebenen Lyrik einfach noch einmal so ein grauenvolles Kraut zusammenschreibt, das dann noch einmal ein paar Millionen Klicks erntet. Und das sah man an Jostein Gaarder, der 2006 einen vergessen geglaubten christlichen Antisemitismus zu neuen Höchstleistungen trieb. Sie alle beteuern, wenn sie erwischt wurden, dass sie nie etwas Böses im Sinn hatten. Und gleichzeitig schreien sie wie Jakob Augstein vom „Spiegel“: „Haltet den Dieb“ – sie beschuldigen nämlich noch ihre Kritiker, Antisemitismus zu erzeugen durch falsche Antisemitismusvorwürfe. Das machen sie alle: Am Ende beschuldigt man für den Antisemitismus die überreagierenden, die nervösen, die gehetzten, die hysterischen Juden – alles Bilder der nationalsozialistischen Propaganda, in der immer die Juden selbst ihren Untergang verschulden.
Millionen Deutsche und Europäer danken es ihren antisemitischen Dichtern und Denkern auch noch, dass sie medienoffiziell wiederholen, was in ihnen gärt: Dass man von Israel, also den Juden immer noch das schlimmste, den Weltuntergang zu befürchte habe – psychologisch liegt das wohl daran, dass die Rache der überlebenden Juden an den Deutschen historisch ausblieb: die eigentlich schwer verdiente Bestrafung wird gefürchtet und projiziert. Das ist der traumatisierende Wiederholungszwang des Antisemitismus, die auf die Juden projizierte Schuld am ungesühnten Verbrechen gegen diese. Und wo immer etwas noch einmal wiederholt und wiederholt und wiederholt werden soll, sind die deutschen Medien zur Stelle.

Daher empfehle ich allen, die spontan zugehört haben, hier nur kurz zum Abschied: Lesen sie doch einmal die Jüdische Allgemeine, wenn sie wirklich ehrlich am Konflikt interessiert sind. Lesen sie online renommierte israelische Online-Zeitungen wie die Jerusalem Post. Lesen sie jüdische Stimmen zum Konflikt, die in Israel und unter Juden wirklich Relevanz haben, also nicht Uri Avneri oder Judith Butler. Lesen sie meinetwegen die Springerpresse, die zwar sonst zu allem lügt, aber zu Israel immerhin noch etwas wahrer schreibt als die taz, die Süddeutsche, die Zeit, die Frankfurter Rundschau, und wie sie alle heißen. Und schalten sie einfach um, wenn ihnen wieder einmal ein Tagesschau-Moderator den Israel-Konflikt erklären will. Lesen sie stattdessen ein Buch, wenn sie anfangen wollen im Thema, nehmen sie „Hat Israel noch eine Chance“ aus dem Konkret Verlag oder „Djihad und Judenhass“ von Matthias Küntzel. Arbeiten sie zumindest mit Material, das nicht den öffentlich-rechtlichen Medien oder Zeitungen entspringt.

Transkript Felix Riedels Rede auf der Demonstration “Solidarität mit Israel - Gegen den antisemitischen Terror in Marburg!” vom 29.11.2012

(Quelle: facebook.com)